Brief der Senatorin Sandra Scheres bezüglich der Abschlussprüfungen 2020

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Die Senatorin 

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie  Bernhard-Weiß-Str. 6  D-10178 Berlin 
An den Landesschülerausschuss sowie  alle Schülerinnen und Schüler der Abschlussjahrgänge 2020 
                                                                                                                                             Berlin, 9. April 2020 
Abschlussprüfungen 2020 
Liebe Schülerinnen, liebe Schüler, 
ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein frohes Osterfest. Die Feiertage werden wir alle in diesem Jahr anders als sonst üblich verbringen. Die Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus bestimmt seit einigen Wochen unseren Alltag und stellt uns immer wieder vor neue, bisher nicht gekannte Herausforderungen und Entscheidungen. Dabei muss in vielen Bereichen auf der Basis wissenschaftlicher Empfehlungen der richtige Weg zwischen der weitgehenden Reduzierung von Ansteckungsmöglichkeiten und der Aufrechterhaltung wichtiger gesellschaftlicher Funktionen und Abläufe gefunden werden. Dies betrifft auch Ihre unmittelbare Situation: Die Absicherung Ihrer Bildungsabschlüsse und Ihrer zukünftigen beruflichen Chancen und Möglichkeiten. Wir tun alles, um Ihnen als Schülerinnen und Schülern Schulabschlüsse zu ermöglichen, auf die Sie sich lange und intensiv vorbereitet haben, und die entscheidende Weichen für Ihre berufliche Zukunft stellen.  
 
Die Kultusministerkonferenz hat sich nach intensiven Diskussionen und unter Abwägung zahlreicher Aspekte am 25. März 2020 entschieden, dass in diesem Jahr alle Abschlussprüfungen stattfinden sollen, solange der Infektionsschutz dabei gesichert ist. Ich bin mir bewusst, dass viele Schülerinnen und Schüler nicht nur in Berlin ihren Prüfungen in diesem Jahr und unter den aktuellen Umständen mit Sorge entgegensehen. Deshalb ist es mir wichtig: Wir räumen dem Schutz Ihrer Gesundheit und der des pädagogischen Personals bei der Organisation der Prüfungen Priorität ein. Grundlage für das Handeln in Berlin ist die Verordnung über erforderliche Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2, die ausdrücklich die Möglichkeit der Durchführung von Prüfungen 
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vorsieht. Zusätzlich wurden allen Berliner Schulen Handlungsempfehlungen gegeben, um die Gesundheit aller an Prüfungen Beteiligten zu schützen.  
 
Die Schulen ergreifen gemeinsam mit den Schulträgern umfangreiche Maßnahmen, um die Kontaktminimierung und die notwendigen hygienischen Standards abzusichern. Schülerinnen und Schülern aus Risikogruppen werden individuelle Lösungen bzw. Einzeltermine für die Prüfungen angeboten. Alle Bundesländer tauschen sich kontinuierlich zur Prüfungsorganisation aus. In einigen Ländern, wie beispielsweise Hessen, haben die Prüfungen zum Abitur bereits begonnen. Hier gibt es erste Erfahrungen, auf die wir auch in unserer Prüfungsorganisation zurückgreifen. 
 
Ich möchte Ihnen an dieser Stelle auch erläutern, warum wir uns für die Durchführung der Prüfungen und damit für den regulären Erwerb der Schulabschlüsse entschieden haben. Diese folgen zum großen Teil bundesweit bestimmten Regelungen und haben nur dann ihren vollen Wert, wenn sie auch von den anderen Bundesländern anerkannt werden. Nur durch die gegenseitige Anerkennung ist sichergestellt, dass sich alle Berliner Absolventinnen und Absolventen mit ihrem diesjährigen Abschluss beispielsweise für einen Studienplatz in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen oder Bayern bewerben können. Daher ist ein gemeinsames Vorgehen der Bundesländer hier unerlässlich. Ein Alleingang Berlins – oder auch einer kleineren Gruppe von Bundesländern – würde die Zukunfts- und Mobilitätschancen Ihres gesamten Abschlussjahrgangs massiv und dauerhaft einschränken.  
  
Sie, liebe Mitglieder des Landesschülerausschusses, beschreiben in Ihrem Brief die Sorge, dass die häuslichen Bedingungen es nicht jeder Schülerin bzw. nicht jedem Schüler erlauben, sich optimal auf die Prüfungen vorzubereiten. Deshalb möchte ich alle Betroffenen bitten, bei Problemen oder Beratungsbedarf Kontakt mit ihren Lehrkräften, ihrer Schulleitung oder einem schulpsychologischen Beratungszentrum (SIBUZ) aufzunehmen. 
 
Ich möchte dem Landesschülerausschuss dafür danken, dass er sich intensiv mit der aktuellen Lage auseinandersetzt und dazu seine Positionen vertritt, auch wenn diese nach meiner Beobachtung in der Berliner Schülerschaft ganz unterschiedlich angenommen werden. Seien Sie versichert, dass alles im rechtlichen Rahmen Mögliche getan wird, um den Berliner Schülerinnen und Schülern sowohl einen anerkannten Abschluss zu ermöglichen als auch ihre Gesundheit zu schützen.  
 
Ich wünsche Ihnen, gerade in dieser schwierigen Situation, viel Erfolg bei allen Prüfungen! 
  
Mit freundlichen Grüßen 
Sandra Scheeres 

Hinweise der Schule:

Nach heutigem Stand ist der Unterrichtsbeginn für den 20.04.2020 vorgesehen. Am ersten und ggf. am zweiten Schultag findet der Unterricht der Abteilungen I, III und IV nach einem Sonderplan statt. Der Sonderplan für die Abteilungen III und IV (Fachschule VZ und BE und die OBF 19Sp) befindet sich im LOGIN unter "Stundenplan". Entnehmen Sie dem Sonderplan den Plan für denentsprechendenWochentag. Auch die Studierenden und Schüler*innen, deren Praktika am 20.04.2020 beginnen, haben am ersten und ggf. zweiten Schultag Veranstaltungen nach Sonderplan in der Schule. Die Praktika beginnen später. Bewerbungenfür das kommende Schuljahr können Sie uns per Post zusenden. Die Schulsozialpädagogin und die Beratungslehrerinnen stehen allen Studierenden, Schüler*innen und Kollegen*innen weiterhin zur Beratung zur Verfügung. Bitte nehmen Sie per Mail Kontakt auf. Bitte bleiben Sie gesund.